Projektförderungen durch die Stiftung für therapeutische Forschung

Die Stiftung für therapeutische Forschung fördert satzungsgemäß medizinisch-wissenschaftliche Forschungsvorhaben mit bis zu 100.000 € pro Projekt. Gedacht ist in diesem Zusammenhang nicht an eine zusätzliche Förderung der an den deutschen Forschungszentren durchgeführten pivotalen Forschungsinitiativen, die im Zusammenhang mit pharmazeutischen Firmen durchgeführt werden, sondern es sollen industrieunabhängige Forschungsinitiativen gefördert werden. Für diese Förderung wählt die Stiftung jährlich neue Themenbereiche aus. Dabei darf sie bei den Forschungsthemen thematische Schwerpunkte setzen. Das endgültige Jahresförderthema wird dann jedoch zusammen mit dem unabhängigen Kuratorium festgelegt.

klinische-forschung-image-5

Mit der Auswahl der geförderten Arbeiten fühlen Stiftungsvorstand, Geschäftsführung und Kuratorium stets am Puls aktueller Trends. Wichtig für die Auswahl der Projekte ist, dass die Arbeiten nicht nur therapierelevant, sondern auch innovativ, intelligent und wissenschaftlich auf höchstem Niveau liegen. Die Themenschwerpunkte werden so eingegrenzt, dass ca. 15 bis 35 Anträge bei der Stiftung eingereicht werden. Das macht nicht nur den Auswahlprozess für das Kuratorium überschaubarer, sondern erhöht auch die Chancen der Antragsteller eine Unterstützung durch die Stiftung zu erhalten.

Über die Bewilligung der Mittel entscheidet das unabhängige Kuratorium der Stiftung, das die eingereichten Anträge nach Form und Inhalt gemäß dem Standard der Deutschen Forschungsgemeinschaft begutachtet und auf ein hohes wissenschaftliches Niveau der geförderten Projekte achtet. Bisher förderte die Stiftung Projekte aus den Therapiebereichen Atemwege, Neurologie, Herz/Kreislauf, Gerinnungshemmung, Dermatologie, Immunologie, Hämostaseologie, Onkologie, Stammzellforschung, Endokrinologie, Rheumatologie und Gender Medizin.
Aus diesen Unterstützungen sind wichtige grundlegende Erkenntnisse entstanden, die dabei helfen, Erkrankungen besser zu verstehen, den Einsatz vorhandener Präparate und Therapien zu erforschen und zu optimieren und Wege zu einer neuen und besseren Patientenversorgung zu ebnen.

Ausgewählte Forschungsprojekte

Im Jahr 2013 wurde das spannende und an Bedeutung zunehmende Thema "Bedeutung der Alterung des Immunsystems für therapeutische Strategien bei Autoimmunerkrankungen" aus dem Bereich Gender Medizin ausgeschrieben, wobei das Projekt: "Secondary humoral immunodeficiency by immune modulation in vasculitides and rheumatoid arthritis – effect of age or premature ageing of the B cell compartment?" von der Arbeitsgruppe Dr. Maria Rizzi aus dem Universitätsklinikum Freiburg vom Kuratorium ausgewählt und befürwortet wurde.

Im Jahr 2012 wurde das Förderthema Neue pharmakologische Ansätze in der Therapie der juvenilen rheumatoiden Arthritis gefördert.

Neue und innovative Wege schlug man auch im Jahr 2011 mit dem Thema "Grundlagenforschung bei Autoimmunerkrankungen mit viszeraler Beteiligung" ein. Dieser Bereich stellt eine wirkliche Nische in der medizinisch-wissenschaftlichen Forschung dar, der sich sehr schwer tut, finanzielle Mittel zu akquirieren. Hier leistete die Stiftung gezielt Unterstützung und einen Beitrag zur Förderung abseits der therapeutischen Forschung bei großen Volkskrankheiten.

Neue Anträge können derzeit auf Grund der anhaltenden Niedrigzinslage mit sehr geringen Erträgen leider nicht entgegengenommen werden.

Jährliche Themenschwerpunkte

2014

  • Beschluss Kuratorium, vorerst keine neuen Ausschreibungen

2013

  • Gender Medizin
    Bedeutung der Alterung des Immunsystems für therapeutische Strategien bei Autoimmunerkrankungen

2012

  • Autoimmunerkrankungen
    Neue pharmakologische Ansätze zur Therapie der juvenilen rheumatoiden Arthritis

2011

  • Autoimmunerkrankungen
    Autoimmunerkrankungen mit viszeraler Organbeteiligung

2010

  • Autoimmunerkrankungen
    Therapie neuroimmunologischer Erkrankungen durch Modulation von Spingosin-Pathways

2009

  • Pneumologie
    Therapie von Lungenerkrankungen : immunmodulatorische und antiinflammatorische Ansätze

2008

  • Neurologie + Onkologie
    Bedeutung von Lysophospholipid-Rezeptoren in der Neuroregeneration, Molekulare Mechanismen der mTOR-Inhibition in der Therapie solider Tumoren

2007

  • Cardiovascular + Onkologie
    GLP-1 vermittelte Therapieprinzipien: direkte Wirkungen auf das kardiale und vaskuläre und zerebrale System, Hemmung von Wachstumsfaktor- und Hormon- vermittelter Signaltransduktion: molekulare Mechanismen einer multimodalen Therapie des Mammakarzinoms

2006

  • Cardiovascular + Onkologie
    (Pro)-Renin und Reninrezeptor – pathophysiologische Bedeutung jenseits der Angiotensin II-Synthese, Molekulare Mechanismen der Signaltransduktionsinhibition in der Therapie hämatologischer Erkrankungen

2005 und 2004

  • Cardiovascular
    Transkriptionale Regulation und Inflammation bei Adipositas und Arteriosklerose

2003

  • Cardiovascular
    Innovative Ansätze in der Pathogenese und Therapie des metabolischen Syndroms sowie seiner klinischen Endpunkte, Kardiale Regeneration mittels Stamm-/Progenitorzellen

Geförderte Projekte der letzten Jahre

Universität
Projektleiter
Projekttitel
Beginn
Freiburg, Centrum für Chronische Immundefizienz
Dr. Marta Rizzi
Secondary humoral immunodifiency by immune modulation in vasculitides and rheumatoid arthritis - effect of age or premature ageing of the B cell compartment
Nov. 2013
Universitätsklinikum Aachen/Kinderklinik, Bereich Pneumologie/Allergologie
Prof. Dr. Klaus Tenbrock
CREMα is a novel therapeutic target in juvenile idiopathic arthritis
Jan. 2013
TWINCORE Institut für Infektionsimmunologie Zentrum für experimentelle und klinische Infektionsforschung, Hannover
Dr. Matthias Lochner
Immune modulation of specific inflammatory Th17 and regulatory T cell subsets in chronic inflammatory bowel disease by retinoids
Febr. 2012
Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld
Neuroimmunologie "Immunzell-Imaging"
Dez. 2010
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden, Klinische Pathobiochemie
Prof. Dr. Triantafyllos Chavakis
Investigation of the function of Developmental Endothelial Locus-1 (Del-1) in neuroinflammatory and demyelinating disorders: A crosstalk to sphingosin pathways
Dez. 2010
Forschungszentrum der Kinderklinik der LMU München, später Wechsel zur Universitätsklinik für Kinder-und Jugendmedizin Tübingen (Abteilung I)
Prof. Dr. Dominik Hartl
Regulation und therapeutische Relevanz von CXCR1 in der CF und COPD Lungenerkrankungen
März 2010
Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Medizinische Klinik II
Dr. Konstantin Mayer
Neue Lipidmediatoren alt anti-inflammatorischer Ansatz in der Therapie des akuten Lungenversagens
März 2010
Institut für Klinische Neuroimmunologie, Bio-Medizinisches Centrum Ludwig-Maximilians-Universität, München
Prof. Dr. Edgar Meinl, Mitantragsteller: Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld
Effekte von FTY720 auf Immunfunktionen und neurotrophe Effekte humaner Astrozyten
Mai 2009
Universität Ulm
Prof. Dr. med. Edgar Meinl, Prof. Dr. med. Simone Fulda (Universität Ulm), PD Dr. med. Günter Schneider
Bedeutung von Lysophospholipid-Rezeptoren in der Neuroregeneration oder Molekulare Mechanismen der mTOR-Inhibition in der Therapie solider Tumoren
2008
TU Dresden
Prof. Dr.med. Torsten Doenst, Prof. Dr. med Nikolaus Marx, Prof. Dr.med. Lorenz Hofbauer (TU Dresden), Prof. Dr. rer. nat., Dipl. Biol. Roland Stauber
GLP -1 vermittelte Therapieprinzipien: direkte Wirkungen auf das kardiale, vaskuläre und zerebrale System oder Hemmung von Wachstumsfaktor- und Hormonvermittelter Signaltransduktion: molekulare Mechanismen einer multimodalen Therapie des MammakarzinomsBedeutung von Biomarkern für medizinischen Fortschritt und Nutzenbewertung
2007
Max-Delbrück-Centrum, Berlin
PD Dr. rer. nat. Dominik Müller, Prof. Dr. med., Dipl. Biol. Ralf Bargou, PD Dr. med. Oliver G.Ottmann, PD Dr. med. Karsten Spiekermann, Dr. med. Karin Schäfer
(Pro)-Renin und Reninrezeptor – pathophysiologische Bedeutung jenseits der Angiotensin II-Synthese oder Molekulare Mechanismen der Signaltrans-duktionsinhibitionin der Therapie hämatolog. Erkrankungen
2006
Universität Tübingen
Prof. Dr. med. Meinrad Gawaz, Prof. Dr. rer. nat. Manolis Pasparakis, Dr.med. Thomas Thum, Dr.med. Sven Waßmann, Dr. med. Karin Schäfer
Transkriptionale Regulation und Inflammation bei Arteriosklerose und Adipositas
2005
Universität Tübingen
Prof. Dr. med. Jens Claus Brüning, Dr.rer.nat. Stephan Herzig, Dr. med. Karin Schäfer, Prof. Dr. Thomas Wirth, Prof. Dr. Dr. Walter Knöchel
Transkriptionale Regulation und Inflammation bei Arteriosklerose und Adipositas
2004
Universität Göttingen
Dr. med. Triantafyllos Chavakis, Prof. Dr. med. Helmut Drexler, Dr. med. Wolfram-Hubertus Zimmermann
Innovative Ansätze in der Pathogenese und Therapie des metabolischen Syndroms sowie seiner klinischen Endpunkte oder Kardiale Regeneration mittels Stamm-/Progenitorzellen.
2003
PD Dr. med. Wilhelm Bloch, PD Dr. med. Stephan Lang, Prof. Dr. rer. nat. habil. Albrecht M. Müller
Stammzelltherapie
2002
Prof. Dr. Peter Dürre, Dr. rer. nat. Hansjörg Hauser, Dr. rer. nat. Klaus T. Preissner, Dr. med. Triantafyllos Chavakis
Hämostaseologie / Antithrombotische Strategien oder Molekulares Targeting zur Tumorzell-spezifischen Therapie
2001
Dr. med. Claudia Gottstein, Prof. Dr. Bernd Groner, Dr. phil. Kristian Müller, Prof. Dr. med. Ludwig Neyses, Dr. rer. nat. Ignacio Rubio
Hämostaseologie/Antithrombotische Strategien oder Onkologie unter den Themenstellungen Zytostatika-Resistenz, Zelluläre Therapie in der Onkologie, Beeinflussung von Signaltransduktion und Apoptose als molekulare Strategien in der Hämato-Onkologie
2000
PD Dr. rer. nat. Susanne Alban, Prof. Dr. med. Stefan Endres, PD Dr. med. Michael Hallek, Dr. med. Michael Schmitt, Prof. Dr. Gerd Schmitz, Prof. Dr. rer. nat. Klaus Theodor Preissner
Onkologie unter den Themenstellungen Zytostatika-Resistenz, Zelluläre Therapie in der Onkologie, Beeinflussung von Signaltransduktion und Apoptose als molekulare Strategien in der Hämato-Onkologie
1999
Dr. rer. nat. Andreas von Knethen, PD Dr. med. Roland M. Schmid, Dr. med. Renate Weber-Nordt, Dr. med. Wilhelm Wößmann
Hämostaseologie oder Onkologie unter der Themenstellung: Zytostatika-Resistenz (multidrug resistance MRD) (Experimentelle und klinische Ansätze in der Diagnostik und Überwindung der Zytostatika-Resistenz) oder Hochdosis-Therapie in der Onkologie oder Beeinflussung von Signaltransduktion als molekulare Strategie in der Onkologie, einschließlich hämatopoetischer Neoplasmen
1998
Dr. rer. nat. Hermann Lage, Dr. med. Harald Biersack, Prof. Dr. med. Sylvia Haas, Prof. Dr. rer. nat. Klaustheodor Preissner
Zytostatika-Resistenz (multidrug resistance MRD) (Experimentelle und klinische Ansätze in der Diagnostik und Überwindung der Zytostatika-Resistenz), Hochdosis-Therapie in der Onkologie
1997
Prof. Dr. Gerd-R. Burmester, Dr. med. Thomas Kamradt, Dr. Uwe Trefzer, Prof. Dr. med. Sylvia Haas, PD Dr. med. Dr. med. habil. Richard Kroczek, PD Dr. med. habil. Ulrich Mrowietz, Prof. Dr. med. Gerold Schuler
Förderschwerpunkt: Immunologie oder Dermatologie
1996
Dr. med. Rolf Hoffmann, PD Dr. med. Arthur Melms, PD Dr. med. Dirk Schadendorf, Dr. med. Susanne Liptay, PD Dr. med. Roland M. Schmid, Dr. med. Stephan R. Thurau, Dr. rer. nat. Gerhild Wildner, Dr. med. habil. Dipl. Biochm. Nicholaus Zavazava
Förderschwerpunkt: Immunologie oder Dermatologie
1995
Dr. med. Wolf-Henning Boehncke, Dr. med. Thomas Hundhausen, Prof. Dr. Dr. Wolfgang Müller-Ruchholtz
1994
Prof. Dr. rer. nat., Josef Brock, Dr. med. Andreas Engert, Prof. Dr.med. habil. Konrad Herrmann, Dr. med. Rolf Hoffmann, Prof. Dr. med. Hans-Hellmut Neumayer, Dr. Ralf Paus, Dr. med. Matthias Volkenandt, Dr. med. Erich Knop, Dr. med. Jörg Kreuzer, Dr. med. Richard Kroczek, Prof. Dr. med. M. P. Manns, Prof. Dr. med. Gerd Schmitz, PD Dr. med. Jürgen Schrezenmeir, Prof. Dr. med. Karl-Friedrich Sewing, PD Dr. Margot Zöller
1993
PD Dr. med. Wolf-Henning Boehncke, Dr. rer. nat. Aurel Popa-Wagner, Dr. med. vet. Anna Maria Eis-Hübinger, Prof. Dr. med. Ruth Strasser, Prof. Dr. Helmut Schönenberger, Prof. Dr. Jürgen Schölmerich
Förderschwerpunkt: Dermatologie oder Immunologie
1992